Volle, durchgeschlagene Akkorde, an
Dire Straits erinnernd, eröffnen dieses Album des Vierers aus Asheville, NC. Hinzu gesellt sich eine Stimme, angesiedelt irgendwo zwischen einem tiefergelegten
Gordon Matthew Thomas Sumner zu
Police-Zeiten und dem Counterpart der Eingangsgitarre,
Mark Knopfler. Schnell zeigt sich aber dann das wahre Gesicht
Marsupials: Sie heben ab zu einem psychedelischen Prog-Jam der Extraklasse. Im Prinzip habe ich nach "Lead On" bereits genug gehört, um eine dicke Empfehlung auszusprechen. Aber es kommt noch fetter: "The Man Who Knows Things" fährt mehrstimmige Harmonies im Stile der
Marshall Tucker Band auf. Dazu brilliert die Slidegitarre. Herrje, dieses 'Beuteltier' beutelt mich aber auch...
In den düsteren (Prog-) Rock-Keller steigt die Eingangssequenz von "Naked In The Hall Of Seduction", bis die beiden Klampfen einen groovigen Rhythmus an den Tag legen und sich langsam in einen quirligen Jam spielen. Klingt's nach
Grateful Dead, nach
Widespread Panic, nach
Umphrey's McGee? Keine Zeit nachzudenken - der Bass pumpt uns irgendwo hin und dort toben sich '
Frank, hab er ihn selig' und 'Konstante
Fripp' aus. Bis, ja bis der locker-flockige Jam über den Umweg einer verträumten Akustikpassage wieder Herr der Lage wird.
Die Pedal Steel jault und mein Gott,
Jerry ist wieder da! Er sitzt
Pure mit
Fats Kaplin in der
Prairie und die
League treibt Wonneschauer den Rücken rauf und runter...
Ganz anders, leicht angejazzt und in guter
Allmans-Tradition schmeichelt sich "The Tide" in den Raum, bis die beiden Gitarren erst in verspielt, proggiges Terrain führen, um schließlich ein astreines
ABB-Gitarrensolo abzufeuern. "Goodbye Waltz": Country-Jam-Rock mit Gesang und Melodie, die wollüstig machen, ja, in Verbindung mit der Gitarrenarbeit und dem Rhythmus, den Griff zum Southern Comfort-Glas bereits am frühen Morgen in Aussicht stellen.
Richtig brutal im Stile der
Fripp-Bande walzt der "Sucker Punch" alles von der Southern-Porch und lässt diejenigen glücklich lächeln, die ihre Platten nach der einzig vernünftigen Methode, nämlich alphabetisch, ins Regal sortieren. Ein
King Crimson-Monster und Lagerfeuer-
Jerry auf ein und derselben Scheibe sind mitnichten Alltag. Fast schon
Davies-mäßig klingt diese Hammerplatte aus.
Prog oder Jam? Das ist wurscht. Die Symbiose aus Prog-Teilen, herrlichen Jams mit zwei bzw. stellenweise gar drei Gitarristen und typisch amerikanischer Attitüde macht einfach nur Spaß. Unverständlich, dass ich erst jetzt von der 2000 gegründeten Band mit ihrem mittlerweile vierten Album höre.
Unbedingt
reinhören und reinschauen.